Malereibetrieb Farbkraft

Ratgeber · Innen

Treppenhaus streichen: Farbe, Ideen, Kosten und Ablauf

Das Treppenhaus ist die Visitenkarte des Hauses – und der Raum, der am meisten abbekommt. Hier lesen Sie, welche Farbe hält, welche Gestaltung funktioniert, was es kostet und wann Sie es selbst machen können.

Von Frank Müller & Markus Stempfle, Malereibetrieb Farbkraft

Warum das Treppenhaus besondere Farbe braucht

Kaum ein Raum wird so stark beansprucht: Hände an der Wand, Taschen, Kinderwagen, Fahrräder und der Umzug der Nachbarn. Dazu kommen hohe Wände, Treppenaugen und Podeste, an die man schlecht herankommt. Eine Farbe, die im Schlafzimmer gut aussieht, ist hier oft nach kurzer Zeit fleckig.

Wer das Treppenhaus streicht, sollte deshalb drei Fragen klären: Wie robust muss die Farbe sein? Wie soll das Treppenhaus wirken? Und wie kommt man sicher an die hohen Flächen?

Welche Farbe ist die richtige?

  • Scheuerbeständige Dispersionsfarbe: Achten Sie auf die Nassabriebklasse nach DIN EN 13300. Klasse 1 oder 2 lässt sich feucht abwischen, ohne dass die Farbe leidet. Für die meisten Treppenhäuser ist das die beste Wahl.
  • Latexfarbe: sehr robust und abwaschbar. Ihr Glanz zeigt aber jede Unebenheit, und sie ist weniger atmungsaktiv. Sinnvoll vor allem im unteren, stark beanspruchten Bereich.
  • Silikatfarbe: für mineralische Putze, sehr diffusionsoffen und von Natur aus widerstandsfähig gegen Schimmel. Sie haftet aber nicht auf jedem Altanstrich. Mehr dazu im Beitrag Silikat- oder Dispersionsfarbe?
  • Lack für Geländer, Handläufe, Türen und Zargen: Diese Flächen werden am häufigsten angefasst und brauchen eine harte, gut zu reinigende Oberfläche.

In Mehrfamilienhäusern ist das Treppenhaus Rettungsweg. Für Bekleidungen, Putze und Einbauten gelten deshalb Brandschutzregeln der Landesbauordnung. Wer mehr als einen normalen Anstrich plant, etwa Tapeten, Dekorputze oder Verkleidungen, sollte das vorher klären.

Ideen: So wirkt das Treppenhaus freundlicher

  • Hell bleibt hell: Treppenhäuser haben oft wenig Tageslicht. Weiß, gebrochenes Weiß oder helles Greige lassen sie größer und offener wirken.
  • Zweifarbig streichen: Unten ein etwas dunklerer, robuster Ton, oben ein heller. Die Trennlinie liegt meist etwa auf Höhe des Handlaufs. Das sieht ruhig aus und verzeiht Gebrauchsspuren.
  • Halbhoch mit Latex oder Lack: Nur der untere Bereich bekommt die besonders strapazierfähige Beschichtung, oben bleibt eine matte Wandfarbe.
  • Akzent am Podest: Eine einzelne farbige Wand am Treppenabsatz setzt einen Blickpunkt, ohne den Raum zu verdunkeln.
  • Etagen kennzeichnen: In größeren Häusern hilft ein Farbton je Etage bei der Orientierung – dezent an Türen oder Nummern.
  • Decke heller als die Wand: Das lässt hohe Räume nicht wie einen Schacht wirken.

Unsicher, wie ein Ton bei Ihrem Licht aussieht? Ein Muster an der Wand ist besser als jede Farbkarte. Dabei hilft unsere Farbberatung.

Selbst streichen: Leiter, Podest oder Gerüst?

Die größte Hürde sind die hohen Wände über der Treppe. Eine normale Stehleiter steht auf Stufen nicht sicher. Dafür gibt es Treppenleitern mit verstellbaren Holmen oder kleine Rollgerüste mit Stufenausgleich, die man im Baumarkt oder beim Verleih bekommt. Mit einer Teleskopstange erreichen Sie viele Flächen auch ohne Gerüst, saubere Kanten an Decke und Ecken gelingen so aber schwer.

So gehen Sie vor:

  • Treppe, Geländer und Boden rutschfest abdecken – Folie allein ist auf Stufen gefährlich.
  • Lichtschalter, Steckdosen, Türzargen und Kanten abkleben.
  • Löcher und Risse spachteln, stark saugende Stellen grundieren.
  • Erst die Decke, dann die Wände, immer von oben nach unten.
  • Große Flächen ohne Pause nass in nass streichen, sonst entstehen sichtbare Ansätze.
  • Meist sind zwei Anstriche nötig, damit die Farbe gleichmäßig deckt.

Was kostet es, ein Treppenhaus streichen zu lassen?

Einen seriösen Festpreis kann niemand nennen, ohne das Treppenhaus gesehen zu haben. Diese Punkte machen den größten Unterschied:

  • Wandfläche und Höhe: Mehr Etagen und hohe Treppenaugen bedeuten mehr Fläche und oft ein Gerüst.
  • Zustand der Wände: Risse, Löcher und alte Farbschichten brauchen Vorarbeit.
  • Umfang: Werden Geländer, Handläufe, Türen und Sockel mitgemacht?
  • Farbe: Hochwertige, scheuerbeständige Farben kosten mehr, halten aber länger.
  • Ablauf im bewohnten Haus: Abschnittsweises Arbeiten braucht etwas mehr Zeit.

Zur Orientierung: Online-Ratgeber nennen für das Streichen durch einen Fachbetrieb meist Werte zwischen etwa 10 und 30 Euro pro Quadratmeter Wandfläche (Stand 2026, unter anderem sanier.de und blauarbeit.de). Verbindlich wird es erst mit einem Angebot nach der Besichtigung. Wie ein faires Angebot aussieht, lesen Sie unter Was kostet ein Maler?

Selbstnutzende Eigentümer können den Lohnanteil als Handwerkerleistung von der Steuer absetzen, in Eigentümergemeinschaften anteilig über die Jahresabrechnung. Mehr dazu unter Handwerkerkosten absetzen.

Mehrfamilienhaus: Wer entscheidet, wer zahlt?

  • Eigentümergemeinschaft: Das Treppenhaus gehört zum Gemeinschaftseigentum. Über den Anstrich beschließt die Eigentümerversammlung, die Kosten werden in der Regel nach Miteigentumsanteilen verteilt. Ein Angebot mit allen Positionen erleichtert die Entscheidung.
  • Vermieter und Mieter: Ein neuer Anstrich im Treppenhaus zählt zur Instandhaltung. Diese Kosten trägt der Vermieter. Auf die Mieter umlegen lassen sie sich über die Betriebskosten in der Regel nicht.
  • Wie oft? Eine feste Frist gibt es nicht. Gestrichen wird, wenn die Wände sichtbar abgenutzt oder beschädigt sind.

Diese Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung. Im Einzelfall helfen Hausverwaltung, Mieterverein oder Eigentümerverband weiter.

Selbst machen oder Fachbetrieb?

Wir sagen Ihnen ehrlich, wo Sie selbst Hand anlegen können – und wo sich ein Fachbetrieb lohnt.

Das können Sie gut selbst

  • Kleines Treppenhaus im Einfamilienhaus mit niedrigen Wänden
  • Ausbessern einzelner Stellen
  • Farbmuster anlegen und den Ton auswählen

Hier lohnt sich der Profi

  • Hohe Wände und Treppenaugen, die ein Gerüst brauchen
  • Mehrfamilienhäuser mit Bewohnern, die das Treppenhaus weiter nutzen
  • Geländer, Handläufe und Türen, die lackiert werden sollen
  • Wenn ein Angebot für die Eigentümerversammlung gebraucht wird

Wir übernehmen den Anstrich vom Einfamilienhaus bis zum Mehrfamilienhaus – mehr dazu auf der Seite Treppenhaus streichen lassen.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Welche Farbe ist am besten fürs Treppenhaus?

Eine scheuerbeständige Wandfarbe mit Nassabriebklasse 1 oder 2. Sie lässt sich feucht abwischen. Für Geländer, Handläufe und Türen kommt Lack zum Einsatz.

Kann ich das Treppenhaus ohne Gerüst streichen?

Bei niedrigen Wänden ja, mit Treppenleiter und Teleskopstange. Für hohe Wände über der Treppe ist ein Podest oder Gerüst mit Stufenausgleich sicherer und sorgt für ein gleichmäßiges Ergebnis.

Wie oft sollte ein Treppenhaus gestrichen werden?

Eine feste Frist gibt es nicht. Gestrichen wird, wenn die Wände sichtbar abgenutzt oder beschädigt sind – in stark genutzten Häusern deutlich früher als im Einfamilienhaus.

Darf der Vermieter das Streichen des Treppenhauses auf die Mieter umlegen?

In der Regel nicht. Der Anstrich zählt zur Instandhaltung und gehört nicht zu den umlagefähigen Betriebskosten.

Treppenhaus lieber vom Profi?

Wir sehen uns Ihr Treppenhaus kostenlos an und erstellen ein klares Angebot – auch für die Eigentümerversammlung.

Weiß gestrichenes Treppenhaus von oben
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